{"id":1454,"date":"2026-10-10T04:57:19","date_gmt":"2026-10-10T04:57:19","guid":{"rendered":"https:\/\/fleuraissance.ch\/hongkongs-blumenmarkt-wie-eine-strasse-zur-legende-wurde-und-was-die-zukunft-bringt\/"},"modified":"2026-10-10T04:57:19","modified_gmt":"2026-10-10T04:57:19","slug":"hongkongs-blumenmarkt-wie-eine-strasse-zur-legende-wurde-und-was-die-zukunft-bringt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fleuraissance.ch\/zh\/hongkongs-blumenmarkt-wie-eine-strasse-zur-legende-wurde-und-was-die-zukunft-bringt\/","title":{"rendered":"Hongkongs Blumenmarkt: Wie eine Strasse zur Legende wurde \u2013 und was die Zukunft bringt"},"content":{"rendered":"<p>Wer in Hongkong aus der U\u2011Bahn\u2011Station Prince Edward tritt, dem schl\u00e4gt eine duftende Welt entgegen. Orchideen, Rosenstr\u00e4usse und Gl\u00fccksbambus s\u00e4umen die Strassen, so weit das Auge reicht. Die Rede ist vom <strong>Blumenmarkt Hongkong (Fa Yuen)<\/strong>, einem der \u00e4ltesten und beliebtesten M\u00e4rkte der Metropole. Seine Geschichte ist jedoch weit komplexer, als es die bunten Social\u2011Media\u2011Bilder vermuten lassen.<\/p>\n<p><strong>Ein tempor\u00e4rer Markt an der Kolonialgrenze<\/strong><\/p>\n<p>Die Wurzeln des Marktes liegen im 19. Jahrhundert. Nachdem Grossbritannien 1860 die Kowloon\u2011Halbinsel annektierte, verlief die Grenze n\u00f6rdlich von Mong Kok. Chinesische Bauern begannen, ihr Land statt mit Reis mit Blumen zu bepflanzen. Der Verkauf fand in der Abendd\u00e4mmerung direkt an der Grenze statt. Der Markt war ein klassischer <strong>\u00abFa Yuen\u00bb<\/strong> \u2013 ein tempor\u00e4rer Markt, der sich nach dem Handel wieder aufl\u00f6ste.<\/p>\n<p><strong>Vom Bauernmarkt zur Grosshandelsdrehscheibe<\/strong><\/p>\n<p>Die Eisenbahn brachte den Durchbruch. Mit der Er\u00f6ffnung der Canton\u2011Kowloon\u2011Railway im Jahr 1910 gelangten Blumen aus den New Territories nun rascher in die Stadt. Offiziell seinen Namen erhielt das Quartier jedoch erst 1948, als die Kolonialregierung die Strasse taufte. (Historiker sind sich hier uneinig: Einige Quellen datieren die Namensgebung auf die 1970er\u2011Jahre.)<\/p>\n<p>In den 1970er\u2011 und 80er\u2011Jahren erlebte der Markt seinen radikalsten Wandel. Die rasante Industrialisierung Hongkongs verdr\u00e4ngte die Landwirtschaft. Immer weniger Bauern kamen auf den Markt; stattdessen zogen H\u00e4ndler in feste Ladengesch\u00e4fte. \u00abEs ist eine Ironie der Geschichte\u00bb, analysierte das Portal <strong>CityUnseen<\/strong>, \u00abdass die Bauern, die den Markt gr\u00fcndeten, nach und nach von den H\u00e4ndlern verdr\u00e4ngt wurden.\u00bb Der Markt wandelte sich zum internationalen Blumen\u2011Grosshandelszentrum.<\/p>\n<p><strong>Bl\u00fctezeit in der Moderne<\/strong><\/p>\n<p>In den 1990er\u2011Jahren entdeckte der Massentourismus den Markt. Der Wunsch nach Gr\u00fcn in den winzigen Wohnungen Hongkongs und die bl\u00fchende Festkultur (chinesisches Neujahr) liessen die Nachfrage explodieren. Heute z\u00e4hlt der Markt rund 120 Gesch\u00e4fte. Die festen Ladenlokale bewahrten ihn vor der Abwanderung, die andere tempor\u00e4re M\u00e4rkte in den 2000ern erlebten.<\/p>\n<p><strong>Die Zukunft: Sanierung mit Nebenwirkungen<\/strong><\/p>\n<p>Seit 2019 steht der Markt vor der gr\u00f6ssten Bew\u00e4hrungsprobe seiner Geschichte. Die st\u00e4dtische Erneuerungsbeh\u00f6rde (URA) hat ein <strong>Sanierungsprojekt<\/strong> f\u00fcr das Gebiet um die Fa Yuen Street lanciert. Sechs Bauparzellen, 31 Geb\u00e4ude, 275 Haushalte und 33 Gewerbebetriebe sind betroffen. Investiert werden umgerechnet knapp 300 Millionen Franken. Die Beh\u00f6rde verspricht neue Wohnungen und einen \u00f6ffentlichen Park (\u00abUrban Water Channel\u00bb).<\/p>\n<p>Laut URA sind nur rund 20 der 120 Blumengesch\u00e4fte direkt von der \u00dcberbauung betroffen. Der Charakter des Marktes solle erhalten bleiben. Dennoch ist die Sorge unter H\u00e4ndlern und Denkmalsch\u00fctzern gross. \u00abWer garantiert uns, dass wir uns die neuen Mieten noch leisten k\u00f6nnen?\u00bb, fragt sich ein H\u00e4ndler gegen\u00fcber der Lokalpresse. Kritiker bef\u00fcrchten eine Gentrifizierung des Viertels \u2013 ein Schicksal, das andere sanierte Quartiere in Hongkong bereits ereilt hat. Die Entsch\u00e4digung f\u00fcr die Eigent\u00fcmer liegt bei umgerechnet rund 20&#8217;000 Franken pro Quadratmeter.<\/p>\n<p><strong>So besuchen Sie den Markt<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Anreise:<\/strong> MTR Prince Edward (Ausgang B1) oder Mong Kok (Ausgang D). Nur wenige Gehminuten.<\/li>\n<li><strong>Beste Zeit:<\/strong> Am Morgen f\u00fcr die frischeste Ware. Vor dem Chinesischen Neujahr (Januar\/Februar) herrscht der gr\u00f6sste Trubel.<\/li>\n<li><strong>In der N\u00e4he:<\/strong> Der Vogelmarkt (Yuen Po Street), der Goldfischmarkt und der Ladies Market laden zum Bummeln ein.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Blumenmarkt ist ein Spiegel von Hongkong: Er ver\u00e4ndert sich st\u00e4ndig, ohne seine Seele ganz zu verlieren. Ob ihm dies auch mit der geplanten Gross\u00fcberbauung gelingt, wird sich in den n\u00e4chsten Jahren weisen. Klar ist: Der Markt ist weit mehr als eine Touristenattraktion \u2013 er ist ein lebendiges St\u00fcck Stadtgeschichte, dessen Zukunft gerade neu geschrieben wird.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/hk-florist.com\">50 rose bouquet<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in Hongkong aus der U\u2011Bahn\u2011Station Prince Edward tritt, dem schl\u00e4gt eine duftende Welt entgegen. Orchideen, Rosenstr\u00e4usse und Gl\u00fccksbambus s\u00e4umen die Strassen, so weit das Auge reicht. 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