Günstig Blumen in Hongkong: Vom Blumenmarkt bis zum Shenzhen-Einkauf

Hongkong, 15. Oktober 2023 – Wer in Hongkong günstige frische Blumen sucht, denkt zuerst an den berühmten Blumenmarkt in Mong Kok. Doch wer wirklich sparen will, hat mehrere Optionen – bis hin zum grenzüberschreitenden Einkauf im benachbarten Shenzhen. Eine Übersicht zeigt die verschiedenen Wege, wie man je nach Budget und Bequemlichkeit die besten Deals findet.

Der Klassiker: Der Blumenmarkt in Mong Kok

Der Blumenmarkt an der Flower Market Road in Mong Kok bleibt der erste Anlaufpunkt. Hier drängen sich auf einer einzigen Strasse dutzende Blumenläden und Stände – von importierten Rosen bis zu lokalen Orchideen ist alles vertreten.

Anfahrt: Vom MTR-Ausgang Prince Edward (B1) links abbiegen, am Polizeirevier vorbei Richtung Tung Choi Street. Vom Bahnhof Mong Kok (Ausgang B1) sind es etwa acht Minuten zu Fuss.

Öffnungszeiten: Täglich von etwa 9:30 bis 19 Uhr, auch an Feiertagen – ausser am chinesischen Neujahr.

Besonders günstig:

  • Frühmorgens zwischen 6 und 9 Uhr: In dieser Zeit kaufen vor allem lokale Händler ein, die Preise liegen 30 bis 50 Prozent unter dem Tagesniveau.
  • Kurz vor Ladenschluss: Viele Händler reduzieren ihre Ware.
  • Unter der Woche statt am Wochenende: weniger Andrang, weniger Preisaufschläge.

Preise: Einfache Sträusse mit Nelken, Chrysanthemen oder Gerbera starten bei etwa 50 Hongkong-Dollar. In Läden wie Flowerbee Florist oder Sunny Florist kosten einzelne Stiele je nach Sorte zwischen 20 und 30 Dollar. Lokale und tropische Sorten wie Orchideen oder Lilien sind günstiger als Importware und halten oft länger. Grössere Arrangements kosten zwischen 300 und 800 Dollar.

Feilschen: Bei grösseren Mengen ist Verhandeln üblich, bei einzelnen Stielen kaum. Wer sich für mehrere Läden Zeit nimmt und freundlich bleibt, hat die besten Chancen. Die meisten Stände bevorzugen Bargeld.

Grenzüberschreitend einkaufen: Shenzhen als Preis-Geheimtipp

Wer echte Grosshandelspreise sucht und bereit ist, 15 Minuten mit dem Zug zu fahren, wird in Shenzhen fündig. Über den Grenzübergang Lo Wu oder Lok Ma Chau erreicht man die Blumenmärkte der Nachbarstadt – oft kostet die Ware dort nur etwa ein Drittel des Hongkonger Preises.

Empfohlene Orte:

  • Shenzhen Flower World: Rund 30.000 Quadratmeter mit getrennten Bereichen für Blumen, Bonsai und Sukkulenten. Die Preise sind klar ausgeschrieben, Verhandeln ist kaum nötig.
  • Auch rund um Huaqiangbei und Dongmen gibt es viele Blumenläden.

Zwei Kaufwege:

  1. Selbst einkaufen: Wer Grundkenntnisse in Mandarin oder Kantonesisch hat oder eine Übersetzungs-App nutzt, kauft direkt ein und spart Vermittlungsgebühren.
  2. Agentur-Service: Kleine Vermittler kaufen im Auftrag ein und liefern die Blumen noch am selben Tag an einen vereinbarten MTR-Bahnhof in Hongkong. Der Aufpreis lohnt sich oft – trotz Gebühr bleibt der Preis meist unter dem Hongkonger Niveau.

Wichtig: Die Qualität in Shenzhen schwankt stärker als bei etablierten Hongkonger Händlern. Vor allem in Spitzenzeiten sollte man sich vor der Lieferung Fotos oder Videos zeigen lassen.

Online bestellen: WeChat, Taobao und Xiaohongshu

Noch bequemer geht es per Smartphone. Zahlreiche Shenzhener Blumenläden liefern über chinesische Apps direkt nach Hongkong.

  • WeChat: Nach Diensten suchen mit Begriffen wie „深圳送花香港“ oder „跨境送花“ (Blumenlieferung von Shenzhen nach Hongkong). Bezahlt wird meist per WeChat Pay.
  • Taobao, JD.com oder Xiaohongshu: Viele Händler bieten internationalen Versand an. Bewertungen anderer Käufer geben Aufschluss über die Qualität.

Preise: Einfache Sträusse kosten umgerechnet etwa 220 bis 440 Hongkong-Dollar, edlere Arrangements zwischen 550 und 1.100 Dollar. Dazu kommen 55 bis 165 Dollar Versandgebühr – abhängig von Grösse und Entfernung.

Tipps: Zeitkritische Bestellungen zwei bis drei Tage im Voraus aufgeben, auf Händler mit physischem Laden oder guten Bewertungen achten und bei der ersten Bestellung klein testen.

Günstig und unkompliziert: Lokale Alternativen

Wer nur schnell etwas Brauchbares braucht, findet auch ohne grosse Anfahrt gute Optionen:

  • Marktstände in Wohnvierteln: In Stadtteilen wie Yuen Long, North Point oder Sham Shui Po gibt es oft kleine Blumenstände – günstiger als reguläre Geschäfte, aber mit begrenzter Auswahl.
  • Supermärkte: Ketten wie Wellcome, ParknShop oder Taste verkaufen fertige Sträusse zu Festpreisen. Nicht immer das günstigste Angebot, dafür unkompliziert und ohne Feilschen.

Zusammenfassung: Welcher Weg passt zu mir?

  • Tiefster Preis, mit Reiseaufwand: Selbst nach Shenzhen fahren.
  • Tiefster Preis ohne Grenzübertritt: Am frühen Morgen unter der Woche in Mong Kok einkaufen.
  • Praktisch und liefern lassen: Über WeChat oder Taobao in Shenzhen bestellen.
  • Schnell und einfach: Blumenstand im eigenen Viertel oder Supermarkt.

Zu beachten: Saison und kulturelle Gepflogenheiten

Rund um den Valentinstag, das chinesische Neujahr und den Muttertag steigen die Preise oft um 20 Prozent oder mehr – wer flexibel ist, sollte diese Zeiten meiden. Zudem gilt in der chinesischen Kultur: Weisse Blumen sind traditionell Trauerblumen. Wer zu einem festlichen Anlass schenkt, greift besser zu farbigen Sorten.

HK rose bouquet