Us Hues vo de Natur: Wänn Blueme zum Farbtopf wärde

Luzern, 15. Oktober 2023 – D’Färberei mit Blueme isch e alti Technik, wo nid nume Gält spart, sondern au es kreativs Hobby isch. D’Schritte vo dr Uuswahl vo de Pflanze bis zum Fixiere vo de Farb – jetz im Detail erklärt.

D’Färberei mit natürliche Pflanze isch e Trend, wu immer meh Lüt begeischteret. Statt chemischi Farbstoff z’chaufe, bruucht me Materiale us em eigene Garte oder vo de Wiese. D’Technik isch eifach, aber erforderet es wenig Vorbereitig. Dr Schlüssel zum Erfolg isch d’Uuswahl vo de richtige Blueme und d’Behandlig mit eme Beize (Mordant).

D’Uuswahl vo de richtige Blueme

Nid alli Blueme sind gliich güetig für d’Färberei. Es paar Arte lieferen intensivi und langanhaltendi Töön. Für Aafänger empfiehlt sich:

  • Ringelblume (Tagetes): Gäle bis orange Töön, sehr stabil.
  • Goldrute (Solidago): Oranschi, roti oder gäli Farb, je nach Beize.
  • Dahlie: Gäle, oranschi oder weich rosa Töön.
  • Hibiskus: Rosa bis purpurrot, chunnt aber schnäll us.
  • Kamille: Gäle, mildi Farb.
  • Cosmea: Oranschi, gäli oder roti Töön.
  • Roseblätter: Weich rosa bis graugrün, Farb isch schwär vorhersehbar.
  • Stockrose: Violett bis grau, abhängig vo Sorte und Beize.

Aafänger finde mit Ringelblume und Goldrute am beschten iistige. Die Arte sind eifach z’zieh und gäbe verlässlich intensivi Farb.

S’Material vorbereite

Für d’Färberei bruucht me:

  • Frischi oder trocheti Blueme (s’Gewicht etwa glych wie d’Stoff, wo gfärbt wird).
  • En grosse Topf us Edelstahl (keis Aluminium, usser me will’s als Beize nutze).
  • Wasser.
  • Naturfaserstoff: Muuli, Wolle, Siide oder Leine – synthetischi Fasere nähme d’Farb nid guet uf.
  • Beize-Material (lueg Schritt 3).
  • E Seih oder e Musseline-Tuech.
  • Gummihandschue.
  • En alti Chochlöffel, wo me nid für’s Ässe brucht.

D’Beize – dr Schlüssel zu farbige Tröim

Ohne Beize wäscht sich d’Farb schnäll uss. D’Beize hilft, dass d’Farb am Stoff blybt und d’Farbton beiiflusst.

Hüfigi Beize:

  • Alaun (Kaliumaluminiumsulfat): Am beste für Aafänger, gitt helle, klari Töön.
  • Iise (Eisensulfat): Macht d’Farb dunkler und grauer. Wird meischtens zum Schluss yygsetzt.
  • Essig: Milder, aber weniger haltbar als Alaun.

D’Grund-Methode mit Alaun:

  1. Lös 10-15% vom Stoffgwicht an Alaun in warmem Wasser uf (z. B. 10-15g uf 100g Stoff).
  2. Gieb de vorgnässeti Stoff drii und choche bi chlyner Hitz 45 Minute lang, rüere immer um.
  3. Laa de Stoff in dr Beize-Lösig chalt wärde, spüel ne us und loo ne trochne oder sofort wyterverwende.

S’Färbebad mache

  1. Gib d’Blueme in Topf – s’Gewicht vo de Blueme sött etwa so gross sy wie s’Gewicht vom Stoff.
  2. Wasser drüber – gnueg, dass alles bedeckt isch.
  3. Choche bi chlyner Hitz 30 bis 60 Minute. Nid kochend! (Das macht d’Farb matt.)
  4. Lo d’Blueme über Nacht im Wasser ziehe für e no intensiveri Farb.
  5. Seih d’Blueme ab – jetzt hesch di rein Farbflüssigkeit.

D’Färberei – so wird’s gmacht

  1. Gib dr vorgnässeti, beizeti Stoff in d’Farbflüssigkeit.
  2. Choche bi chlyner Hitz 30 bis 60 Minute, rüere regelmässig.
  3. Für e dunkleri Farb: Lo dr Stoff über Nacht in dr Farbflüssigkeit.
  4. Nim ne use und spüel mit chalte Wasser, bis’s Wasser klar isch.
  5. Häng ne ane Sunnig – aber nid in d’Sunn! Direkti Sunne macht d’Farb schnäll uss.

Experimentiere und Verfiinere

  • Für dunkleri oder graueri Tön: Tauc de Stoff churz in e dünni Iise-Lösig – aber nur churz, zu viil Iise cha d’Fasere schädige.
  • Für helleri oder süerlicheri Tön: Gib e bitz Essig in d’Farbflüssigkeit.
  • Für weicheri, alkalische Tön: Gib e bitz Natron in d’Farbflüssigkeit.
  • Schichte und Mische: Tauc de Stoff in zwei verschiideni Farbbäder nochenander – zum Bischpiil zerscht Ringelblume, de Hibiskus. So entstöhne mehrschichtigi Töön.

Praktischi Tipps für Profis

  • Frischi vs. trocheti Blueme: Trocheti Blueme händ konzentrierteri Farbstoff, aber d’Farb wird meischtens weicher und ärdeger.
  • Nume Naturfasere: Wolle und Siide nimme d’Farb besser uf als Muuli oder Leine. D’Pflanzenfasere bruuche meischtens meh Beize oder lengeri Ziit.
  • Farb isch nid für d’Ewigkeit: Die meiste Bluemefarben verblasse mit dr Ziit – vor allem in dr Sunne. Wasch si sanft und ohni scharfi Seife.
  • Füehr es Färbertagebuech: Notier, weli Blueme, wie viil, weli Beize und weli Farb use cho isch. So chasch Erfolgsrezept widerhole.
  • Sicherheit zerscht: Trag Gummihandschue bi Beize, schaff im Gute lüftete Ruum und bruch kei Chochgschirr, wo au für’s Ässe benutzt wird.

Iisitegsprojekt für Neulinge

Versuech eifach e weissi Muuli-Halsduuch oder e chliini Siide-Schärpe mit Ringelblume und Alaun z’färbe. Das isch e sicheri Kombination, wo en warme, goldige Ton gitt. So lernsch d’Grundschritt und chasch spöter mit andere Blueme und Beize experimentiere.

D’Färberei mit Blueme isch nid nume e Mode-Trend, sondern e Wäg, d’Natur in eim si Alltag z’hole. Probiere lohnt sich – und d’Farb isch immer es Unikat.

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