Züri, Zischtig, 10. Dezämber 2024 – D’Wienachtszyt isch durziit vo tiefgwurzlete Gschichte und Legände, wo d’Pflanzewelt ä feschtige Platz inne het. Us de verschidnige Kultuure vo de Wält chöi mer e fäschti Tradition entdecke, wo bluemigi Symbolik i dr spirituelle und kulturelle Erzählig vo de Wiehnacht verankeret isch. Die altä Ääzellige verchündete no hüt d’Botschaft vo Wunder, Opfere und de ewige Hoffnig.
D’Chrippe-Blueme: Vom Chliine Ääzed zum Geistige Zeiche
Vill vo de bekannte Pflanze, wo mer hüt mit Wiehnachte verbinde, hend ihri Herkunft i äldere Gschichte. Als eint vo de bekanntischte gältet dr Wienachtsstern (Poinsettia). Us Mexiko stammend, zentriert sich d’Legände uf es armä Chind, d’Pepita (oder Maria), wo nüt z’schenke ghaa het für s’Chripplichind. Än Ängel het ihr verzällt, dass au s’bescheide Gschänk, mit Härz und Liebi gäh, vil gälte. D’Pepita het Wildchrüter vom Wäg gsamlet, und wie sie die vor d’Chrippegleit het, sind die uf wunderbari Wiis zu de huchete, rote Wienachtsstärn worde. Diä stäärnfürmige Pflanze, oft als „Blüemli vo dr Heilige Nacht“ bezeichnet, symbolisiere mit ihre rote Hochblättli d’Opferi vo Christus und mit dr wiisse Innere debi d’Reinheit.
Äs anders berüemts Windergäggli isch d’Wienachtsrose (Helleborus niger). Vo Europa stammend, dräit sich d’Gschicht um d’Hirtin Madelon. Si het vor em Stall z’Betlehem gmüetert, wil si kei Gschänk gha het. Ihre Träne sind i Schnee gfalle, und uf däm Plotz sind witzi, wunderschöni Rosen erwachse – d’Wienachtsrose. Dä witerwachsendi Bluemetyp isch äs starkäs Zeiche für Hoffnig, Keuschheit und s’göttlichi Erbärme.
Grüne Usdauer: Ilex und Efeu als Zeiche vom Ewige Läbe
Obwuel si kei eigentliche Blueme sind, spillt d’Beerifrucht vom Ilex (Stechpalme) – mit de spitze Blätter – ä entscheidendi Rolle i de Wiehnachts-Anekdote. Mittelalterlichi Soga behaupte, d’Ilex-Stüüd seig uf em Fueswäg vo Christus gwachse; d’roote Beeri representiere d’Bluetströpfe, und d’stachlige Blätter d’Chrone use Dornen. I alte englische Liedli isch d’Ilex oft ä männlichä Charakter gsii, während dr Efeu (Hedera helix) de weiblichä Aspekt verchörpered hät, was ä symbolische Wettkampf zwüsche deene beidne widerspieglet. Dr immergrüeni Efeu stahd für Treui und d’Ewigs Läbe.
Äs unbedingts Unikat unter de Legände isch dr Glastonbury Dornstrauch. Dr Joseph vo Arimathäa sött nach dr Chriizigung Christi uf Glastonbury cho sii. Wo er si Stäcke i Bode gstoche hät, isch dr Stäcke erwachse und zu äm Wiisedornbaum (Hawthorn) gworde, wo zweimol im Johr blüäht: im Früehlig und zue Wiehnachte. Dä Dornbusch isch äs Symbol für d’Präsenz vo Christus in Ängland und d’Möglichkeit vo göttliche Wunder worde.
Wiedergeburtsgschichte und Heiligi Chräfde
D’Jerichorose (Anastatica hierochuntica), oft au als Wederufstahgschrut bezeichnet, wird im christliche Kontext oft mit Maria und ihre Flucht nach Ägypte zämmebrocht. Sälli Pflanze blüäht, so d’Märli, immer uf, wenn Maria und Jesus ä Ruäplätz gha händ. Ihre chundige Fächigkeit, sich nach dr Zugab vu Wasser Widerufzriche, laht si zu äm Zeiche vo Wedergeburt und em ewige Läbe wärde.
Wiissä Lilie sind zwar mee mit Oschtere oder dr Verkündigungsszene bekannt, tauche aber au i de Wiehnachtsüberlieferige uf. Si symbolisiere d’Reinheit vu dr Maria und d’Unschuld vom Jesus.
De Rosmari (Salvia rosmarinus), uf Katalanisch als „Maria’s Rose“ bekannt, hät sini Blüäti nach dr Legände vo wiiss uf blau gwächslet, nachdem Maria d’Wickle vom Jesus uf d’Stüüde zum Truchni ufghenkt het. Rosmari stoht für Gedächtnis, Schutz und Treui.
Zämefassig: D’Farbäcodes vo de Wiehnacht
Diä Wiehnachts-Ääzellige bruuche d’Blueme farbig codiert, um ihri Botschafte z’übermittle:
- Rot: Stoht für s’Opfer vo Christus, d’Liebi und s’Bluet vo dr Mertire.
- Wiis: Symbolisiert eifachi Reinheit, s’unschuldige Läbe und d’Hoffnig.
- Immergrüän: Stahd für d’Ewigkäit, d’Beständigkeit im Glaube.
- Wunderbari Blüäte: Zeiged göttlichi Itegriff, spirituell Transformation.
D’Lüüt chönd d’Wiänachtsgschichte dur d’Bluemesymbolik hütte vill eifacher verstande, well dr Läbenszyklus vo de Pflanze e universelli Erfahrig isch. Im Dunkele vom Winter isch d’Blüäti äs handfäschts Wunder vo dr Hoffnig, wo d’Wiehnachtsbotschaft über Kultuure und Zite verchündet.