Hänggi und d’Floristik: E Usblick uf d’Veränderig vom alte Zykluspflanz

Züri, 14. Novämber 2023 – S’Hänggi (Viscum album gäge Phoradendron) isch scho sit Johrtausende en feste Bstandteil vo de menschliche Fantasie gsi, vo eme heilige Winterwunder zunere wiit verbreitete Feschttradition. Für d’Florischte in de Schwiz isch es äusserst wichtig, d’Komplexität und d’Vielfalt vo dere parasitäre Pflanz z’verstah, um s’Feschtagsgschäft z’verbessere und d’Berotig mit de Kunde z’vertiefe.

S’Hänggi, bsunders bekannt dur de Küss-Bruch, wo ide Feschtzyt pflegt wird, isch viel meh als nur Dekoration. Experten wieset druf hii, dass es en tiefe historischi und botanischi Bedeutig hät, wo d’Wurzle in alte europäische Zivilisatione hät.

Ursprüngi und kulturelli Wurzle

D’mystischi Aura vom Hänggi goht wiit über d’moderni Tradition vom Küss usg’sproche unter de Zwige uf England im 18. Johrhundert zrugg. Scho d’Druide in Britannie händ d’Pflanz als heilig aagseh, bsunders wenn sie ufere Eiche gwachse isch. Si händ ihr’s Heiligchreft zuegschriebe und si mit eme goldige Sichte während de Wintersonnwänd g’erntet. D’Regel isch debii gsi, dass sie nüme zum Bode döf cho, um ihre Zauber nöd z’verliere.

Bi de Nordische Völker verzellt d’Müethe vo de Göttin Frigga, wo ihre Träne nach em Tod ihres Söhn Baldur dur en Hänggi-Boge zu de wiisse Bäere worde sind. Si hät s’Hänggi denn zum Symbol vo de Liebi erklärt. Au d’Römer händ s’Hänggi mit Fride und Versöhnig verbinde – Feinde händ under de Pflanz d’Waffe sölle niderlege und sich umarme. Alli die alte Gschichte händ zu de romantsiche Assoziatione vo hüt g’füehrt.

Botanisches Verständniss und d’Aaforderige

S’Hänggi isch en Halbparasit, was bedüütet, dass es zwar Photosynthese cha betreibe, aber mit spezielle Saugorgan, de Haustorie, Wasser und Nährstoff us de Wirtspflanz stiehlt. Die Organ dringe i d’Leitg’fäss vom Baum i und bilde di bekannte kugelige Büschel hööch in de Äst.

„D’Tatsach, dass s’Hänggi au im härteste Winter gräisch blibt, symbolisiert scho sit eh und je di ewigi Läbskraft,“ erklärt Dr. Ursula Minder, e Pflanzewissenschaftlerin vo Basel. „Für d’Florischte isch d’botanischi Unterscheidig entscheidend, bsunders zwüsched em europäische und em amerikanische Typ.“

Di wichtigste Sorte im Handel

  • Europäischs Hänggi (Viscum Album): De Klassiker ghört urspringlich zu Europa und Asie. Merkmal sind die glatte, gälgrüene Blätter und di milchig-wiisse Bäere. Es wärdet i de Schwiz primär vo Laubbaum, wiä Öpfelbaum oder Linde, g’erntet. Wäg de Zerstörig vom Habitat und de Überernitig wird s’europäisch Hänggi in verschidene Regiona immer seltener.

  • Amerikanischs Hänggi (Phoradendron Leucarpum): Das isch di wichtigsti Sorte im Nordamerikanische Gschäft, wo eifach z’beschaffe und günstiger isch. S’hät chli breiteri und lederegi Blätter als de europäisch Vetter. Wil d’Bäere giftig sind, isch Vorsicht g’bote.

Nohhaltigi Ernte und Beschaffig

Wäg em Verlust vo de natürliche Läbensrüüm und em hoche kommerzielle Druck uf di wilde Hänggi-Beständ, isch verantwortungsvolli Beschaffig unerlässlich.

Experte empfähled:

  1. Kulturplantage: Immer meh Lieferante züchte s’Hänggi gezielt uf Wirtsbäum, was en nachhaltigeri Option darstellt.
  2. Wildsammlig-Lizenze: Florischte söllet sicherstelle, dass ihre Lieferante über di nötwendigä Lizenze verfüege und nur e Teil vom Waggstuem ernte, um de Regneration z’gwährleischte.

Handhabig und Marketing

Wenn s’Hänggi g’liefert wird, söllet d’Stiel schräg agschnitte und in chalt Wasser g’stellt wärde. Obschon s’Halbparasite wenig Wasser ziehnd, hilf di korräkti Behandlig bi de Haltbarkeit. Optimali Lagerig erfolgt bi 2 bis 4 Grad Celsius inere chüehle, fäuchte Umgäbig, wo d’Pflanz bis zu drü Wuchä frisch blibt.

Im Design isch s’Hänggi vielsytig: vo traditionelle, über em Chopf ufg’hängte Zweig bis zu modärne Chüsskugle («Kissing Balls») oder als Verzierung uf Gschänk.

Wichtig: Alli Hänggi-Bäere sind bi Verzeichnig giftig. Kunde mit chliine Chind oder Huustier söllet uf blattneri Zwiig uuswiiche oder s’Hänggi unerreichbar ufhänke.

D’Gschicht vo de Pflanz bitted Florischte en einzigartigs Verkaufsargumänt. Wenn Kunde wüssed, öb s’Hänggi europäisch isch und d’Müethe devvo kenned, schätzed sie de Wert vom Produkt viel meh.

Als Verbindig zu alte Wintersonnwänd-Fiiere und de universelle Gschicht vo de Liebi, isch s’Hänggi en unverzichtbare Teil vom floristische Wintersortimänt, wo jede Ast zu eme lebendige Stück Gschicht macht. D’Floristik-Branche muess sich wiiterbildä, um d’Veränderige i de Pflanzebeständ wägem Klimawandel z’prognostiziere und sich optimal i de Beschaffig z’positioniere.

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